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Das Leben auf dem Saturn -
Bilder von Eugen J. Winkler |
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UBRA (Spiegel- oder Glasbaum)
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Dieser Baum hat einen ganz regelmäßig viereckigen Stamm, welcher so durchsichtig ist wie etwa grünes Glas. Der Stamm geht zugespitzt
empor. Er hat durchaus keine Äste, sondern über die Hälfte dieses Glas- und Spiegelbaumstammes ist wie bei manchen Kaktusarten mit großen hängenden Blumen geschmückt, welche ungefähr dieselbe Gestalt haben wie die
Lilien, und mit dem Unterschied, daß hier ein jedes Blatt, deren es zehn bei jeder Blume gibt, von einer andern Farbe ist. Wenn dieser Baum nach einem halben Jahr abgeblüht hat, kommt auf einem kristallartig
knorrigen Stiel eine höchst merkwürdige Frucht zum Vorschein. Diese Frucht besteht im Anfang in nichts anderem als in einem sehr durchsichtigen Wasserbeutel, der nach und nach immer größer und größer wird und in seiner
Reife einem Ballon gleicht. Wenn diese Frucht zu dieser ersten Reife gelangt ist, fängt die Flüssigkeit in diesem Beutel sich so zu verdichten an, daß der Beutel zusammenschrumpft und nach und nach von der verdichteten
Flüssigkeit sich losschält. Die verdichtete Flüssigkeit fällt dann oft samt dem Stiel auf den Boden herab. Alsdann kommen die Bewohner und sammeln diesen harten Saft auf, beschneiden denselben auf allen Seiten
regelmäßig, bilden daraus eigenartige, regelmäßige viereckige Tafeln und gebrauchen diese ungefähr so wie wir auf der Erde unsere Spiegel. |
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Die Durchsichtigkeit dieses Baumes rührt daher, weil sein Organismus aus lauter viereckigen Röhrchen besteht, durch welche der ihm
dienliche Saft emporsteigt. Denn sind die Organe rund, so kann da kein Strahl durchdringen, weil er in der runden Form zu oft gebrochen wird; allein in dieser viereckigen Form erleidet der Strahl nur eine sehr geringe
Brechung und kann daher auch fast ungehindert durchstrahlen. Und da all die Bäume dieses Planeten und vorzugsweise in diesem Land eine ganz glatt polierte Rinde haben, so glänzt die Fläche dieses für uns merkwürdigen
Baumes so wie bei uns ein Spiegelglas; so daß sich jeder Vorübergehende vom Scheitel bis zur Sohle darin vollkommen beschauen kann. |
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FEHURA (Feuerbaum)
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Dieser Baum hat in seinem Wachstum eine Ähnlichkeit mit der bei uns vorkommenden sogenannten Eisenblüte und ist beinahe
ganz mineralisch. Der runde Stamm gleicht einer weißen Marmorsäule. Oben teilt sich der Stamm gleich einem Korallenbäumchen in verschiedene Äste und Zweige, welche an ihren Enden in lauter kleine Röhrchen auslaufen. Die
Zweiglein biegen sich ebenso vielfach übereinander wie die oben benannte Eisenblüte. Dieser Baum hat weder Blätter noch Blüte noch irgendeine Frucht; sondern seine Bestimmung ist rein nur die des Feuers. Seine Frucht
ist somit das Feuer, welches er gewöhnlich zu jener Zeit von sich gibt, wenn irgendein Teil des Landes unter dem Schatten des Ringes sich befindet. Denn auf diesem Planeten wird die Zeit nicht bestimmt wie bei uns, nach
dem Sommer und nach dem Winter, sondern nach der Zeit des Schattens und nach der Zeit des Lichtes. Dieser Baum ersetzt demnach zur Zeit des Schattens durch sein ganz weißes Licht den Mangel des Sonnenlichts. Seine
Wurzeln, die eigentlich lauter Röhrchen sind, haben das Vermögen, aus der Erde dieses Planeten das allerfeinste Erdölgas an sich zu ziehen. Durch die Röhrchen wird es in die äußersten Zweige getrieben, wo sich dasselbe
dann, wenn es mit der dortigen atmosphärischen Luft in Berührung kommt (welche zu der Zeit des Schattens sehr viel Sauerstoff mit sich führt), alsbald entzündet und so lange fortbrennt, bis wieder das Licht der Sonne
scheint. Diese dehnt die atmosphärische Luft mehr aus und schlägt den Sauerstoff nieder, wodurch dann dieser Feuerbaum nach und nach erlischt und so lange ruht und auch nicht weiter wächst, bis die Schattenzeit wieder
eintritt. |
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